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National Iced Tea Day: Versteckte Zucker als Kariesauslöser und Dickmacher

10. Juni 2021

Passend zu den steigenden Temperaturen des Frühsommers feiern die Amerikaner heute den nationalen Eistee-Tag (National Iced Tea Day). Darauf eine kühle Erfrischung! Aber Achtung: In den meisten Eistees findet sich mehr Zucker als in Cola! So macht er dick und schadet den Zähnen. Also Flasche lieber zu lassen? Nö! Auf den Konsum verzichten muss man nicht, wenn man weiß, worauf man achten muss.

Wie Eistee berühmt und beliebt wurde

Schon 1877 erschien Eistee als Rezept in einem Kochbuch namens Housekeeping in Old Virginia von Marion Cabell Tyree. In dem Buch empfahl die Autorin, grünen Tee für einen Tag ziehen zu lassen, dann „die Kelche mit Eis zu füllen, je zwei Teelöffel Kristallzucker hineinzugeben und den Tee über Eis und Zucker zu gießen“.

Mrs Tyree empfiehlt in ihrem Kochbuch schon 1877 die Zubereitung von Eistee.

Aber der große Durchbruch für Eistee kam erst 25 Jahre später auf der Weltausstellung 1904 im amerikanischen St. Louis. Plantagenbesitzer Richard Blechynden war als Direktor des East Indian Pavilion für den Vertrieb indischer Teesorten zuständig und sollte die amerikanischen Besucher, die bis dahin hauptsächlich grünen Tee kannten, vom schwarzen Tee überzeugen. Da während der Weltausstellung allerdings eine riesige Hitzewelle über das Land rollte, hatte Blechynden die Befürchtung, dass heiß servierter Tee kein großer Erfolg sein würde. Also ließ er den heißen Tee kurzerhand durch gekühlte Bleirohre herunterkühlen und servierte ihn als Iced Tea. Das kühle und erfrischende Ergebnis war ein sofortiger Erfolg, so dass Eistee in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückte.

Eistee ist in den USA ein traditionelles Sommergetränk und wird sowohl in nahezu jedem Restaurant und Café als auch als fertiges Getränk in Supermärkten angeboten. Hierzulande hat sich Eistee in der Gastronomie noch nicht durchgesetzt, gehört aber mittlerweile zum Standard-Angebot im Getränkeregal der Supermärkte.

Süßer Spitzenreiter mit 28 Stück Würfelzucker!

Allerdings haben diese Teemischungen nur noch wenig mit der klassischen Eistee-Rezeptur aus abgekühltem Tee, Zitronensaft, etwas Zucker und Eiswürfeln zu tun. Bei den meisten fertigen Eistee-Produkten handelt es sich um Zuckerwasser, dem mit Aromen Geschmack verliehen wird. Das stellt das Frankfurter Verbrauchermagazin Öko-Test fest, nachdem es 26 fertig gemischte Eistee-Getränke im Labor untersucht hat. Ergebnis: Vor allem Teemischungen mit Pfirsich- und Zitronengeschmack sind extrem zuckerhaltig – süßer Spitzenreiter war ein Pfirsicheistee mit mehr als 83 Gramm Zucker pro Liter. Als Vergleichsgrundlage diente eine Apfelschorle aus 60 Prozent Mineralwasser und 40 Prozent Saft (mit knapp 47 Gramm Zucker pro Liter).

Macht zu viel Zucker wirklich krank?

Die Indizien dafür, dass Zucker dem Gehirn von Menschen schaden kann, häufen sich. Forscher der Berliner Charité baten 141 gesunde Senioren zu einem Test, bei dem sie 15 Wörter eine halbe Stunde lang im Gedächtnis behalten sollten. Teilnehmer mit viel Zucker im Blut erinnerten sich an durchschnittlich zwei Wörter weniger.

Forscher der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) entdeckten, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Höhe des Zuckerkonsums und tödlichen Herzerkrankungen besteht. Menschen, deren Ernährung zu mehr als 25 Prozent aus Zucker besteht, erleiden dreimal häufiger einen Herzinfarkt als diejenigen, die mit weniger als zehn Prozent Zucker auskommen.

Dass viele Krebsarten besonders oft bei Diabetikern auftreten, ist statistisch solide belegt. Und dass Krebszellen viel Zucker für ihren Tempostoffwechsel brauchen, gilt ebenfalls als sicher. Möglicherweise profitieren Krebszellen also von einer allzu zuckerlastigen Ernährung.

Das Gehirn nimmt Schaden

Zucker ist Nahrung fürs Hirn, das erzählten die Großeltern. Bis heute heißt es in Werbespots, dass man „schneller im Kopf“ wird, wenn man sich zwischendurch einen süßen Riegel einwirft. Es klingt eigentlich logisch, denn das Gehirn braucht tatsächlich Unmengen an Energie, und es bekommt diese Energie hauptsächlich aus Zucker.

Aber irgendwann wird es auch für das Gehirn zu viel. Die Leistungsfähigkeit des Organs nimmt Schaden. Die Dosis, ab der Zucker nicht mehr schneller, sondern langsamer im Kopf macht, wird von den meisten Menschen in ihrer Ernährung regelmäßig überschritten.

Was es mit verstecktem Zucker auf sich hat

Es kommt darauf an, wie man konsumiert. Die meisten Menschen denken nicht an Zucker, wenn sie Eistee hören. Vielmehr hat man das Bild eines gesunden, eisgekühlten Erfrischungsgetränks vor Augen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „verstecktem Zucker“. Konsumiert man zu viele Nahrungsmittel mit verstecktem Zucker, kann der Tagesbedarf schnell überschritten werden.

Warum ein Blick aufs Produktetikett wichtig ist

Versteckter Zucker bleibt aber nur dann unentdeckt, wenn man nicht genau hinschaut. Ein Blick auf das Etikett kann helfen, dort sind die Zutaten angegeben. Einige Produkte werben mit der Aufschrift „ohne Kristallzucker“ oder „zuckerreduziert“ - doch sind diese automatisch besser? In einigen Fällen ist die Bezeichnung schlicht irreführend. Denn oft nutzen Hersteller „Tarnbegriffe“ wie Dextrose, Süßungsmittel, Glukose(sirup), Invertzucker oder Maltodextrin. Das macht eine bewusste Ernährung unnötig schwer, zudem unterliegen viele Menschen noch immer dem Trugschluss, dass Fruchtzucker gesünder sei als Haushaltszucker. Stimmt nicht! Solche Ernährungsmythen kann man getrost vergessen. Was man sich hingegen merken sollte: Die Inhaltsstoffe sind in der Reihenfolge der Menge angegeben. Findet sich das Wort Zucker weit vorne in der Aufzählung, ist viel Zucker im Produkt. 

Welche unverdächtigen Produkte viel Zucker enthalten

Die Verführungskunst des Zuckers für den Menschen besteht auch darin, dass er appetitdämpfende Geschmackssignale, etwa Bitteres, überdeckt. Die Lebensmittelindustrie nutzt diese Erkenntnis. Nicht nur Marmelade und Nusscreme, sondern auch Würste, Ketchup, Räucherlachs, Käsecremes, Gewürzgurken, Pizza Rollmops, Rotkraut, Cornflakes oder Salzstangen werden ordentlich gezuckert. Auch die Hersteller von vermeintlich gesunden Bio-Produkten machen mit. Eine Studie der Universität Hohenheim prüfte Müslis und Frühstücksflocken für Kinder, allesamt mit Bio-Siegel versehen. Pro 100 Gramm fanden die Forscher im Durchschnitt 22,5 Gramm Zucker. Damit bekommt ein Kind beim Frühstück schon mehr Zucker, als die WHO für einen ganzen Tag empfiehlt – für Erwachsene! Laut einer Studie von „Ökotest“ versteckt sich in 80 Prozent unserer Lebensmittel Zucker, den man nicht ohne weiteres herausschmeckt. Also: Augen auf beim Einkauf!

Ein Zucker, der die Zähne nicht schädigt, sondern schützt?

Letztlich lassen all die genannten Zuckerarten den Blutzucker in die Höhe schießen und wirken sich nicht gerade positiv auf die Gesundheit aus. Es gibt jedoch auch einige Alternativen zum Zucker, die den Blutzucker weniger stark beeinflussen und daher eher empfehlenswert sind. Eine natürliche Alternative ist beispielsweise Xylit, auch Birkenzucker genannt. Laut wissenschaftlicher Studien - inzwischen gibt es fast 300 Studien zur Wirkung von Xylitol auf die Entstehung von Zahnkaries - soll sich Xylit nicht nur positiv auf die Zahngesundheit auswirken. Ein weiterer guter Nebeneffekt ist die entzündungshemmende Wirkung des Stoffes. 

Natürliche Zuckeralternative: Birkenzucker.

Bakterien werden ausgehungert

Die antikariogene Wirkung beruht darauf, dass Xylitol die Plaquebildung reduziert. Karies verursachende Bakterien werden im Wachstum gehemmt. Sie können Xylitol nicht verstoffwechseln und werden somit ausgehungert. Der regelmäßige Verzehr senkt die Zahl der Bakterien in der Plaque und im Speichel deutlich und verhindert zusätzlich das Anlagern der Bakterien am Zahnschmelz. Ein weiterer Effekt von Xylitol ist, dass er die schädliche Säurebildung in der Plaque reduziert.

Stay cool and drink iced tea – selbst gemacht!

Wer weniger süßen Eistee trinken will, macht ihn am besten selbst. Für Kinder-Eistee eignen sich Kräuter- und Früchtetees, die mit Fruchtsaft vermischt werden. Die darin enthaltene Süße reicht völlig aus. Um das Aroma zu erhalten, empfiehlt es sich, den heißen Tee auf Eis schockartig herunterzukühlen.

 

Quellen:

  • https://teawithgary.com/tag/iced-tea/
  • https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-382007/zuckeraustauschstoff-gegen-karies/
  • Söderling E, Isokangas P, Pienihäkkinen K, Tenovuo J: Influence of maternal xylitol consumption on acquisition of mutans streptococci by infants. J Dent Res 2000; 79: 882
  • Isokangas P, Alanen P, Tiekso J, Mäkinen KK: Xylitol chewing gum in caries prevention: a field study in Children. JADA 1988; 117: 315–20
  • https://www.simharl.com/wp-content/uploads/Xylit-Studien.pdf
  • Ökotest, Februar 2019
  • Das Gesundheitsportal medondo.health